Island Blog #1 – Von Reykjavik bis in den Norden

Vor meinem Auslandssemester in Finnland wollte ich noch einen kleinen Skandinavien-Trip machen. Dafür ging es 10 Tage mit meiner Freundin Eva nach Island und danach 3 Tage weiter allein nach Oslo. Mit WOW Air, der isländischen Billig-Fluglinie, sind wir von Berlin ca. 3,5 Stunden geflogen, aber durch die Zeitverschiebung gibt es zwei Stunden wieder geschenkt. Die kalten 11 Grad mit Wind haben mich erstmal ein bisschen geschockt, aber zum Glück hatte ich genug warme Sachen bei. Der Flughafen liegt in Keflavik, ca. 1 Stunde von Reykjavik entfernt, doch ein Platz im „flybus“ ist immer garantiert. Für knapp 13 Euro (1950 ISK) geht es damit in die Stadt. Übernachtet haben wir zwei Nächte im Hlemmur Square Backpackers, was echt zu empfehlen ist – auch das 10er Zimmer (man beachte den Preis von 35 Euro pro Nacht!) war gut ausgestattet und echt okay für ein Hostel. Aber erwartet nicht zu viel von Reykjavik oder allgemein den Städten in Island, meist gibt es eine Einkaufsstraße und einen Hafen und wie in Reykjavik noch ein paar schicke Bars und Parks. Empfehlenswert ist zum Beispiel das “Prikid” mit leckeren Burgern, “Reykjavik Fries” mit leckeren Pommes und zehn Saucen, “Kaffibarinn” wo bekannte Persönlichkeiten ihren Drink nehmen sollen oder die ” Big Lebowski Bar”.

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Am dritten Tag haben wir dann unser Auto von firefly/ CarDelMar (über billigermietwagen.de) abgeholt. Leider war die Mietstation soweit aus der Stadt entfernt, dass wir 40 Minuten gelaufen sind (Skarfagarðar) – also hier ist das Mieten in der Stadt oder auch schon direkt am Flughafen komfortabler. Nun ging er dann aber endlich los, unser Road Trip auf den isländischen Straßen. Ehrlich gesagt nur einer Straße, nämlich der Ringstraße, die Nummer 1, die einmal um die Insel führt. Erlaubt sind maximal 90 km/h, innerorts 50 bis 60 km/h. Aber die Landschaft ist auch meist so schön, dass man gar nicht schneller fahren will.

Da wir an dem Nachmittag nicht mehr so viel Zeit hatten und noch 200 km von Reykjavik bis nach Hvammstangi fahren mussten, sind wir nicht über die westliche Halbinsel gefahren. Der Weg und die kleine Stadt Stykkishólmur sollen aber sehr schön sein, mit einem Allrad-Antrieb kann man auch die Westfjorde erkunden, die noch beeindruckender sein sollen. Für uns gab es auf dem Weg an Borganes vorbei aber schon einen wundervollen Wasserfall zu bestaunen: den Barnafoss nähe Reykholt.

Wasserfall Bornafoss
Wasserfall Barnafoss

Übernachtet haben wir dann im Höfðabraut Guesthouse in Hvammstangi, was zwar schwer zu finden war, dafür aber sehr schöne Zimmer hat und ein superleckeres Frühstück mit sehr lieben Gastgebern. Von dort aus kann man auch Robben in den Dämmerungsstunden beobachten oder Reittouren machen. In der Ortschaft gibt es neben Restaurant (nur bis 18 Uhr geöffnet) und Tankstelle aber nichts weiter zu bieten, deshalb ging es gleich weiter in Richtung Akureyri, die viertgrößte Stadt Islands.

Auf dem Weg dahin sind wir ein bisschen ab von der Straße an natürlichen Hot Pools vorbeigekommen (nördlich vor Sauđárkrókur). Auf Island befinden sich noch etwa 30 aktive Vulkane, womit es die weltweit größte Vulkaninsel ist. Diese erhitzen das Wasser unter der Erde auf über 100 Grad, was für Energie aber auch zum Beispiel für die Hot Pools genutzt, wobei es dort auf 40 Grad abgekühlt wird, damit man darin baden kann. Durch den Wasserdruck entstehen zum Beispiel auch die Geysire mit ihren meterhohen Wasserfontänen. Für mich war das Wasser natürlich wieder viel zu heiß, aber Eva konnte sofort reingehen. Länger als zehn bis fünfzehn Minuten sollte man dort aber nicht verweilen, Gefahr Dehydration – also viel trinken!

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Vorbei an der schönen Küstenstraße machten wir noch einen Stop in Siglufjörður und probierten zum ersten Mal die richtige isländische Küche: kräftige Lammfleischsuppe und überbackener Fisch-Kartoffelbrei mit Roggenbrot (Plokkfiskur). Mit Blick auf den Hafen, Festival-Musik im Hintergrund und strahlendem Sonnenschein bei 14 Grad war das ein gelungenes Abendessen. In Akureyri ging die Festivalreihe, die am ersten Augustwochenende in ganz Island stattfindet, weiter. Das ist aber eher ein Familienevent, deshalb haben wir uns dann noch lieber neben Fish’n’Chips unser Gratis-Bier im Akureyri Backpackers geholt. Die Bar unten im Hostel ist echt cool und an diesem Abend gab es sogar einen DJ. Dafür waren die quietschenden Betten und der leicht müffelige Geruch im Zimmer eher das Gegenteil und hier brauchten wir auch unseren Schlafsack, weil man diesen sonst für 6 Euro (900 ISK) ausleihen müsste. Am Morgen besichtigten wir noch die Kirche und spazierten durch den schönen Botanischen Garten. Auf der Weiterfahrt konnten wir nochmal das schöne Panorama mit schneebedeckten Bergen bestaunen.

Panorama-Blick über Akureyri
Panorama-Blick über Akureyri
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