Island Blog #4 – Golden Circle und zurück nach Reykjavík

Bis zum Schluss haben wir uns wohl die beliebteste Touri-Strecke aufgehoben: den Golden Circle. Die ca. 200 km lange Kreis-Route führt an Geysiren, dem Stufenwasserfall Gullfoss und dem Nationalpark Þingvellir vorbei. Letzteres ist vor allem durch die Erdspalte der auseinanderdriftenden Platten Eurasiens und Nordamerikas aber auch als historischer Ort der ersten Nationalversammlung bekannt.

Zehn Meter neben einem ausbrechendem Geysir!
Zehn Meter neben einem ausbrechendem Geysir!

Zuerst ging es für uns zum Vulkangebiet rund um den „Geysir“ – er hat keinen separaten Namen und gilt damit als Namensgeber für diese Art von geothermaler Aktion. Gutgläubig wie wir sind, dachten wir natürlich, dass der auch ausbrechen würde. Nachdem wir fasziniert von dem 30 Meter hoch spritzenden Strokkur Geysir waren, warteten wir nun vor dem Blubberpool des „Geysirs“. Aber auch andere Touristen machten sich mit Stativ und Kamera vor dem Wasserloch bereit. Irgendwann kam ich doch nochmal auf die Idee die Beschilderung zu lesen und zu erkennen, dass der Geysir nur bei Erdbeben ausbricht und so blieb es am Ende doch nur ein einfaches Wasserloch. Kann man sich ja doch irgendwie glücklich schätzen, dass er nicht ausgebrochen ist. So konnten wir uns noch die Kraterseen und Schlammblubberpfützen anschauen und alle zehn Minuten (!) vom Strokkur Geysir bespritzt werden.

Weiter gings dann zum Goldenen Wasserfall: dem Gullfoss. Der ist durch die Stufenformation besonders schön. Auf der Suche nach potenziellen halbwegs guten Fotografen-Touri haben wir dann auch irgendwann ein Foto zusammen MIT dem Wasserfall hinbekommen, aber ich mein das gute alte Selfie ist ja immer  noch am verlässlichsten.

Auf dem Weg zu unserem Hostel, übrigens wieder eine umgebaute ehemalige Schule, sind wir noch am Kerið Krater mit See vorbeigekommen. Ausnahmsweise mussten wir hier mal zwei Euro Eintritt bezahlen, wobei sonst alle Attraktionen umsonst sind. Dafür gabs aber auch einen schönen blauen See in den Schluchten eines ausgeloschenen Vulkans.

Kerid Krater
Kerid Krater

Nach der Nacht im Ljósafossskóli Hostel schauten wir uns noch den Þingvellir Nationalpark an (gesprochen Thingvellir). Neben dem größten See Islands ist das mit die wichtigste historische Stätte der Insel. Hier wurde seit 930 die Nationalversammlung gehalten und im Jahr 1944 die unabhängige Republik Islands ausgerufen. Etwas sehenswerter für mich war jedoch die Erdspalte. Aus Neuseeland kannte ich es dass sich Platten aufeinander zu bewegen und es dadurch zu vulkanischen Aktivitäten, Gletschern und Erdbeben kommt aber Island hat es doch ein bisschen besser erwischt. Sie müssen nicht damit bangen, dass der Vulkan irgendwann zur Steilküste rückt, sondern können Taucher damit beglücken, sich auseinanderdriftende Platten anzuschauen. Da weiß man gar nicht mehr auf welchem Kontinent man sich nun befindet: Amerika oder Eurasien? Und vor allem was kommt eigentlich unter der Spalte?

Thingvellir Erdspalte
Thingvellir Erdspalte

Auf dem Weg zurück nach Reykjavik kamen wir dann noch an Hveragerdi vorbei, wo man zu heißen Quellen wandern konnte. Die Zeit dafür blieb uns leider nicht mehr, dafür haben wir aber noch ein Restaurant mit Shop entdeckt, die nur durch die Hitze der vulkanischen Aktivität aus dem Erdboden kochen – also echt einmalig!

In Reykjavik hatte ich dann zum Glück eine sehr nette Gastgeberin durch Couchsurfing gefunden, und ihr glaubt es kaum – sie war aus Finnland! Yay, mein Pre-Finnish-Course war gesichert 😉 und sie freute sich, dass jemand an ihrer Sprache Interesse fand. Terhi wohnte in einem Haus mit elf anderen Studenten, also es war immer was los. Die meisten waren hier durch das skandinavische Sommerprogramm für junge Leute mal in einem anderen Land der Nordlichter zu arbeiten. Ich lernte auch noch einen anderen Finnen kennen, der aber leider kein finnisch sprach, weil er aus Aland kommt, der schwedisch-finnischen Insel zwischen den beiden Ländern. Am Freitagabend gingen wir alle zusammen tanzen bis Eva dann um 2 Uhr zum Flughafen los musste… Abschied! Jetzt bin ich ganz allein auf Reisen! Am Samstag ging ich mit den anderen Guys zur Schwulen-Lesben-Parade und am Sonntag guckte ich mir noch das einzigartige Phallusmuseum, heißt so viel wie über 280 Penisse der verschiedensten Säugetiere in einer Ausstellung.

Was für ein guter Islandabschluss!

Advertisements

One thought on “Island Blog #4 – Golden Circle und zurück nach Reykjavík

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s